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Fußprobleme: Schuhe richtig kaufen

Viele Menschen tragen Schuhe in der falschen Größe. Das bewirkt oft Schmerzen und Druckstellen bis hin zu Fehlstellungen der Zehen. So finden Sie das richtige Modell
von Julia Rudorf, 13.07.2017

Nicht passende Schuhe verursachen Schmerzen, Druckstellen und Schlimmeres

ddp Images

Aschenputtels Stiefschwestern, das weiß man, waren ziemlich bösartig. Trotzdem gibt es in dem Märchen eine Stelle, an der man als Leser fast Mitleid bekommt: Wenn beide versuchen, ihre Füße in Aschenputtels winzigen Schuh zu quetschen. Für sie geht die Geschichte blutig aus.

Falsche Schuhe können zu vielen Problemen führen

Auch im echten Leben klaffen Wunsch und Wirklichkeit bei der Wahl des Schuh­werks oft weit auseinander, sagt Dr. Johannes Flechtenmacher, Präsident des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie. "Was viele Menschen immer wieder vergessen: Der Schuh muss zum Fuß passen. Nicht umgekehrt." Auf Dauer riskiert man sonst eine ganze Reihe von Gesundheitsproblemen.


Druckstellen können hinten und vorne, innen und außen entstehen

W&B/Astrid Zacharias, W&B/Frithjof Ohm

"Neben Hautveränderungen und Druckstellen können sich falsche Schuhe auch negativ auf die Gelenke auswirken", erläutert Flechtenmacher. Zu schmale Schuhe etwa können Schmerzen in den Zehengrundgelenken verursachen, zu kurze begünstigen Zehen­fehlstellungen.

Auf dem falschen Fuß

In Deutschland ist der Griff zum unpassenden Schuh jedoch eher die Regel als die Ausnahme. Das zeigte zuletzt der Deutsche Fußreport 2010. Im Auftrag des Deutschen Schuhinstituts wurden die Füße von über 5000 Frauen und Männern mit einem 3-D-Scanner vermessen. Das Ergebnis: Rund 82 Prozent trugen Schuhe in einer Größe, die nicht mit den Maßen ihrer Füße übereinstimmte.

Der Orthopädieschuhmachermeister Werner Dierolf aus Ober­sont­heim kennt die Problematik: "Die wenigsten Menschen wissen, wann ein Schuh wirklich passt."

Hilft oft: Füße vermessen lassen

Beratung durch einen Profi kann helfen. Wer sich zum Beispiel nicht sicher ist, ob die Schuhgröße, zu der er bevorzugt greift, auch tatsächlich die richtige ist, kann die Füße im Fachhandel nachmessen lassen. Als Faust­regel gilt dabei: Der Rückfuß braucht guten Halt, der Vorfuß dagegen Platz. An den Zehen sollte vorne noch etwa ein Zentimeter Luft sein. Runde Schuhformen sind besser als spitz zulaufende, da sie die Zehen nicht so quetschen.

Außerdem empfiehlt es sich, beim Einkauf auf die Uhr zu schauen. Für Schuhe, die man im Alltag häufig tragen will, ist der Nachmittag ein idealer Shopping-Zeitpunkt. Abendschuhe, etwa Pumps für eine Party, kauft man am besten abends. Dann ist der Fuß meist leicht geschwollen und somit etwas größer.


Bei bestehenden Fußbeschwerden noch sorgfältiger wählen

Beim Anprobieren zählt auch der erste Eindruck. Das Modell sollte sich auf Anhieb angenehm tragen. "Fühlt man sich im Schuh rundum wohl, reicht das unter Umständen als Kriterium", so Schuhmachermeister Dierolf. "Doch wer bereits Fußprobleme hat, muss mehr berücksichtigen", betont Flechtenmacher.

Ein Beispiel: Schuhe mit sehr dünnen Sohlen wie Ballerinas. "Bei gesunden Füßen sind sie unproblematisch. Für Menschen mit einer Arthrose im Großzehengrundgelenk können sie zu einer Tortur werden", sagt der Experte. Besondere Beratung brauchen auch Kunden mit Diabetes, die aufgrund der Erkrankung Nervenschädigungen oder eine Durchblutungsstörung haben. Ihre Füße sind durch zu enge Schuhe besonders gefährdet.

Wenn nötig Schuhe anpassen lassen

Beim Einkauf mehrere Schuhe zu probieren ist fast immer empfehlenswert. Manche Hersteller führen gleiche Modelle in unterschiedlichen Weiten. Vor allem bei Gesundheits- oder Komfortschuhen existiert eine größere Auswahl.

Darüber hinaus können Orthopädieschuhmacher die Modelle speziell "zurichten", zum Beispiel für Personen mit Senk- oder Spreizfüßen. Dierolf: "Aus Pumps werden zwar keine Sportschuhe, doch es gibt viele Möglichkeiten, die ­Eigenschaften individuell anzupassen."


Manche Fußprobleme sind Veranlagung

Apropos Pumps: Hohe Absätze sind nicht gerade gesundheitsförderlich. Doch nicht jedes Fußproblem geht alleine auf ihr Konto. Zum Beispiel der Hallux valgus. Von der Deformation des Mittelfußknochens sind vor allem Frauen betroffen. Sie müssen sich dann oft anhören, dass sie zu häufig High Heels tragen – auch wenn manche Betroffene in Wahrheit ­flache Schuhe bevorzugt.

Flechten­macher sieht denn auch die Gene als Ursache Nummer eins. Unpassendes Schuhwerk könne die Veran­lagung maßgeblich verstärken. "Auch bei Naturvölkern, die sehr viel barfuß laufen, haben manche Frauen einen Hallux."




Bildnachweis: W&B/Astrid Zacharias, W&B/Frithjof Ohm, ddp Images

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