banner_weiss.gif

Paracelsus-Apotheke

  • Apothekerin Britta Eckhardt e.Kfr.
  • Hochstattstr. 1
  • 70599 Stuttgart

Fahrradhelme: Hightech für den Kopf

Fahrradhelme sind bei Erwachsenen nicht sehr beliebt: zu sperrig, zu warm, zu unbequem, zu wenig schick. Neue Modelle machen Lust, dennoch einen Kopfschutz zu tragen
von Ute Essig, 06.09.2017

Im Gelände unterwegs: Mountainbiker mit Fahrradhelm

plainpicture GmbH & Co KG/Runar Lind

Mit dem Helmtragen ist es wie mit dem Warten an der roten Fußgängerampel: Erwachsene halten Kinder nachdrücklich dazu an, geben aber selbst oft kein besonders gutes Vorbild ab.

Das spiegelt sich in der Helmtragequote wider: Bei den Sechs- bis Zehnjährigen sind 76 Prozent mit Kopfschutz unterwegs. Bei den Kids zwischen 11 und 16 Jahren sinkt die Quote auf 34 Prozent, um sich über alle Altersgruppen hinweg schließlich auf magere 17 Prozent einzupendeln, wie die Bundesanstalt für Straßen­­wesen (BASt) meldet. Im Durchschnitt trägt also nicht einmal jeder fünfte Radfahrer einen Helm.

Überprüfte Schutzfunktion

Für Christiane Reckter aus Köln ein Unding. "Bei uns in der Familie steigt keiner ohne Helm aufs Fahrrad", sagt die Sachverständige für Persönliche Schutzausrüstungen beim TÜV Rheinland in Köln. Sie testet neue Helm­­modelle an Prüfköpfen auf ihre Tauglichkeit.

"Die wichtigste Funktion ist die Stoßdämpfung bei einem Sturz", sagt die Expertin. Der Helm dämpfe den Schlag auf den Kopf durch geschäumtes Styropor (EPS), umgeben von einer Kunststoffschale. Jeder in Deutschland auf dem Markt befind­liche Helm sei daraufhin geprüft, dass er den bei einem Unfall typischen Doppelaufprall des Kopfes aushält.

Wie finde ich die richtige Helmgröße?

Der angegebene Umfang sollte möglichst nah an der eigenen Kopfgröße liegen. Das Einstellrad dient nur zur Feinjustierung! Der Kinnriemen sitzt richtig, wenn noch ein oder zwei Finger unter das Kinn passen.


Fahrradhelme sollen bequem und cool sein

So weit die Nützlichkeit eines Helms in der Theorie. Christiane Reckter weiß aber auch, dass diese in der Praxis oft nicht überzeugt. "Helme werden nur dann getragen, wenn sie bequem sind", weiß sie aus Erfahrung. Und wenn sie cool aussehen.

Innovationen bei den verschiedenen Modellen sind deshalb nach Simon Wagner von der Deutschen Verkehrs­wacht vor allem dann sinnvoll, wenn sie zum einen den Tragekomfort verbessern und zum anderen das Design. "Wenn man Helme mit einem gewissen Lifestyle verknüpft, setzt man sie eher auf", bestätigt der Projektreferent für das Programm "Ich trag’ Helm".

Auf einen Blick: So sollte ein Fahrradhelm ausgestattet sein

W&B/Dr. Ulrike Möhle

Verbesserungen in vielen Bereichen

Neue Merkmale sind vor allem weniger Gewicht und eine optimierte Belüftung, die das unangenehme Schwitzen am Kopf verhindern soll, ohne den Helm instabil zu machen. Bei manchen Produkten polstert eine weiche Innenausstattung den Kopf – zum Beispiel aus Funktionstextil, das man herausnehmen und waschen kann.

Netze verhindern, dass Insekten unter den Helm gelangen. Und das Problem "Wohin mit dem Kopfschutz nach dem Radeln?" lösen manche Hersteller mit einem faltbaren Helm, der sich nach dem Tragen zusammen­legen und in der Hand­tasche transportieren lässt.

Halbschalen für die Stadt

Was das Design betrifft, kommen sogenannte Halbschalen- und Skaterhelme bei den Kunden besonders gut an. Sie bieten viel Fläche für individuelle Muster, dafür allerdings nicht so viele Lüftungslöcher. Aus diesem Grund sind sie weniger für sportliche Fahrer und eher für das gemütliche Gondeln durch die Stadt geeignet.

Auch die Sicherheit kann noch verbessert werden. Dazu gibt es etliche Ideen. Bereits realisiert wurde ein Inlay aus Gleit­folie, das die immensen Kräfte reduzieren soll, die beim Aufprall wirken. Und ein Airbag: Der Radler trägt ihn wie einen großen Kragen um den Hals. Beim Sturz bläst sich der Luftsack helmförmig auf und umschließt den ganzen Kopf.

Aufmerksamkeit durch Leuchtmittel

Andere Helme punkten mit eingebauten LED-Leuchten und reflektierenden Streifen. "Das halten wir für eine sehr gute Maßnahme, weil Radfahrer dadurch in der Dunkelheit und bei schlechter Witterung besser gesehen werden können", sagt Han­ne­lore Herlan, stellvertretende Geschäftsführerin bei der Deutschen Verkehrs­wacht. Intelligente Helme mit Kamera und Blinkfunk­tion, die elektronisch mit dem Fahrrad vernetzt sind, werden derzeit entwickelt.

Ein Helm kann einen Unfall nicht verhindern, nur die Folgen eines Sturzes mildern. Deshalb plädieren Experten vor allem dafür, die Infrastruktur für Radler und das Miteinander im Straßenverkehr zu verbessern. Hannelore Herlan fordert: "Man muss mehr kommunizieren auf der Straße: als Autofahrer blinken, als Radfahrer Handzeichen geben."



Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle, plainpicture GmbH & Co KG/Runar Lind

Lesen Sie auch:

Radfahrer mit Helm

Warum Radfahren so gesund ist »

Fahrradfahren verbrennt Kalorien und entlastet die Gelenke. Wichtig: Richtig sitzen, passend anziehen und Rad regelmäßig durchchecken »

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Spezials zum Thema

Gruppe trainiert

Sport: Gesund und fit in jedem Alter

Ob Joggen, Walken, Radfahren oder Schwimmen: Regelmäßiges Training hält fit, jung und aktiv. Lesen Sie, wie positiv sich Bewegung auf Ihre Gesundheit auswirkt »

Haben Sie Schlafprobleme?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages